Monatshöck zum Thema «Imkerei im Wandel: früher, heute, morgen».
Beim Monatshöck des Imkervereins Region Wil durften wir einen besonders spannenden und lehrreichen Abend erleben. Als Referent begrüssten wir Emil Breitenmosen von apisuisse, der zum Jahresthema «Imkerei im Wandel: früher, heute, morgen» referierte.
In seinem Vortrag spannte er einen eindrücklichen Bogen von der Entstehung der Honigbiene über die ersten Formen der Imkerei bei den Ägyptern und die Entwicklung im Mittelalter bis hin zur Imkerei der Zukunft. Besonders eindrücklich waren seine Ausführungen zur heutigen Imkerei: Themen wie die Auswirkungen längerer Sommerphasen auf die Varroamilbe mit direkten Folgen für das Timing der Varroabehandlung standen dabei im Fokus. Auch die Ausbreitung der asiatischen Hornisse stellt eine zunehmende Herausforderung dar. Dabei wurde deutlich, wie entscheidend es ist, im Spätsommer über starke Völker zu verfügen, die sich gut auf den Winter vorbereiten und sich verteidigen können.
Auch ein Blick in die Zukunft durfte nicht fehlen. Längere Sommerphasen sowie eine zunehmende Verdichtung der Tracht, etwa wenn Löwenzahn und Obst gleichzeitig blühen, und gleichzeitig entstehende längere Trachtpausen verändern die Bedingungen für die Bienenhaltung spürbar. Ebenso wandelt sich die Pflanzenwelt: Während die Weisstanne im Flachland zurückgeht, nehmen z. B. Eichenbestände zu, und neue Trachtpflanzen wie Akazie und Edelkastanie gewinnen an Bedeutung. Besonders der durch die Edelkastanie entstehende, eher herbe Honig sorgte für unterschiedliche Reaktionen. Die einen freut’s, die anderen weniger. Noch wird es jedoch etwas dauern, bis sich diese Veränderungen flächendeckend bemerkbar machen.
Im Anschluss informierte Güst über die aktuelle Situation in den Völkern, insbesondere zu Themen wie Aufsetzen und Futtervorrat. Der Abend fand schliesslich beim gemütlichen Fachsimpeln einen gelungenen Ausklang.